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Das Shinergy® TeamJan Ranoewisastro - Shinergy Advanced Instructor - im Interview![]() Was ist Shinergy für dich? Shinergy ist eine schöne Philosophie. Ein zentraler Part ist dabei das Akzeptieren der eigenen Schattenseiten, was ein sehr schöner Ansatz ist. Diese Bewusstheit im Training hat sich auf mein Leben übertragen. Du widmest einen großen Teil deines Lebens einer kriegerischen Sportart. Heißt das, du bist ein Befürworter des Krieges? Wenn ich weiß, wie man Krieg führt, weiß ich auch, wie man Frieden hält. Wenn ich nur den Tag kenne, kann ich mir die Nacht auch nicht vorstellen. Ich setze mich mit Gewalt auseinander und kann mich deshalb bewusst dagegen entscheiden. Stand am Anfang deiner Begeisterung für die Kampfkunst auch ein bisschen der Wunsch, ein Bruce Lee zu sein? Ja, diese Akrobatik in den Filmen hat mich total fasziniert. Das war sicher eine Hauptmotivation, mit Kampfkunst zu beginnen. Ich denke, dass das bei vielen Leuten so ist, vor allem am Anfang. Kampfkunst muss auch Spaß machen. Was empfindest du, wenn du einen Kampf gewinnst? Was, wenn du verlierst? Wenn ich den Sieg verdient und den Gegner nicht verletzt habe, freue ich mich. Aber ich freue mich genauso, wenn ich gut gekämpft, aber verloren habe. Ich kämpfe nicht, um zu gewinnen. Was ist so toll am Kämpfen? Wenn man nicht gegeneinander, sondern miteinander kämpft. Wenn die ganze Konzentration auf den Gegner gerichtet ist und ich voll im Moment bin. Bei der WM habe ich diesen Zustand - "Mushin" - erreicht. Deshalb war es für mich ein Sieg, auch wenn ich gleich den ersten Kampf verloren habe. Am Anfang eines Kampfes steht der Wille zum Sieg. Stimmst du dem zu? Für mich ist das nicht so. Das Gewinnen ist nicht die große Motivation, sondern einen guten Kampf zu liefern. Das Kämpfen ist ein Weg, das Gewinnen ist ein netter Nebeneffekt. Bist du ein Sieger-Typ? Nein. Wer sich selbst als Sieger-Typ bezeichnet, ist mir unsympathisch. Ist Kämpfen sexy? Überhaupt nicht. Kämpfen kann schön oder ästhetisch sein, aber als sexy habe ich es noch nie bezeichnet. Macht dich der Kampfsport in Partnerschaften mehr zum Beschützer? Nein, ich habe meine Freundin noch nie beschützen müssen. Dürfen Krieger weinen? Ja, das hat für mich nichts mit einer Weichei-Mentalität zu tun. Weinen ist wichtig. Ich weine viel zu selten, das letzte Mal habe ich geheult, als ich neun Jahre alt war. Aber bei Hollywood-Schnulzen wie Titanic die Tränendrüsen zu beanspruchen, finde ich blöd. Der Stärkere gewinnt. Ist das ein Spruch, an den du glaubst? Das ist ähnlich wie mit der Bezeichnung "Sieger-Typ". In gewisser Hinsicht mag der Spruch sicher zutreffen, aber als Motto ist so eine Aussage eher zu verachten. Wie definierst du Stärke? Stärke hat für mich jeder, der sein Leben positiv lebt und sich über sein Leben Gedanken macht. Wovor hast du Schiss? Zum Teil sind es Kindheitsängste, die tief verwurzelt sind. Vor ganz argen Schicksalsschlägen habe ich manchmal Angst. Aber gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass alles einen Sinn hat und etwas aussagen will. Kannst du fliegen? Im wahrsten Sinn des Wortes leider nicht, im übertragenen Sinn schon. Was siehst du als grösste Herausforderung im Leben? Das Leben immer mit Humor zu nehmen und die Bewusstheit nicht zu verlieren. Was sind deine wichtigsten Ziele im Leben? Im Grunde habe ich keine punktuellen Ziele vor Augen. Ich wähle vielmehr einen Weg, der mir entspricht, das Ziel wird sich dann schon geben. Ich möchte auf alle Fälle das Leben genießen, das tun, was ich will, mich nicht von Materiellem leiten lassen und im Moment leben. Hast du ein Vorbild? Menschen, die leben. Aber trotz meiner Bewunderung für manche Menschen möchte ich nicht so werden wie sie, sondern immer ich selbst sein. Was zählst du zu deinen grössten Erfolgen? Ich sollte einmal beim Psychologen eine Pflanze zeichnen, da habe ich ein Bild mit Gras gemalen. Die Pflanze symbolisiert angeblich die persönlichen Erfolge und die einzelnen Grashalme stehen für viele kleine Erfolge. Und genauso sehe ich es auch. Es ist wichtig, auch die kleinen Erfolge im Leben zu schätzen. Hast du so etwas wie ein Lebensmotto? "Solange man sich selbst bewundern kann, ist das Leben in Ordnung." Aber eigentlich brauche ich keine Lebensphilosophie solange ich glücklich bin. Erleuchtung ist... das Leben zu vollenden. Zum Erfolgreich-sein braucht es... Zufriedenheit mit sich selbst Schmerz empfinde ich, wenn... ein Fremdkörper meinen Körper beeinträchtigt Mein idealer Gegner... ist ein guter Kämpfer Geld brauche ich, um... zu essen und ein Dach über dem Kopf zu haben. Wenn ich mich schwach fühle... bin ich meistens unzufrieden oder krank. Pure Lebensfreude empfand ich zuletzt... jetzt gerade. |
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