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Das Shinergy® TeamTom Knöbel - Shinergy Master Instructor - im Interview![]() Was ist Shinergy für dich? Shinergy ist ein schöner Weg, sich selbst kennen zu lernen. Meine anfängliche Motivation Kampfsport zu betreiben war, mich effektiv verteidigen zu können. Mittlerweile ist Shinergy zu meinem Lebensinhalt geworden, der Verein zu so etwas wie meiner zweiten Familie. Was unterscheidet Shinergy von anderen Kampfsportarten? Nicht das Auswendiglernen von Bewegungen steht im Vordergrund, sondern das Kennenlernen das eigenen Körpers. Die Technik wird der Situation bzw. der Distanz angepasst und nicht umgekehrt. Die Bedeutung der Kampfkunst als solche wird sehr genau beleuchtet und auf die heutige Zeit übertragen. Wie lässt sich die Kampfkunst Shinergy auf den Alltag übertragen? Durch das Training wird zum einen der Körper fit. Stresssituationen können dadurch besser verkraftet werden, die Regeneration wird beschleunigt. Zum anderen werden im Training Körper und Geist in Harmonie gebracht. Shinergy hat bei mir auch ein Umdenken ausgelöst: Wenn ich im Alltag auf jemanden aggressiv reagiere, versuche ich nicht mehr, diese Person zu bekämpfen, sondern frage mich: Warum löst das Aggression bei mir aus? Was empfindest du, wenn du einen Kampf gewinnst? Was, wenn du verlierst? Kämpfe ich mit dem Gegner, freue ich mich, wenn ich gewinne und bin nicht traurig, wenn ich verliere. Wenn Gefühle hoch kommen, bin ich extrem down, wenn ich verliere und nur sehr kurzzeitig gut drauf, wenn ich gewinne. Am Anfang eines Kampfes steht der Wille zum Sieg. Stimmst du dem zu? Nein. Natürlich geht man in einen Kampf, um zu gewinnen, aber das sollte nicht die einzige Motivation sein. Der Kampf ist auch dazu da, sich selbst zu erkennen. Das ist im täglichen Leben schwieriger. Bist du ein Sieger-Typ? Ja, unter der Voraussetzung, dass jeder, der sich dem Weg des Kriegers stellt, ein Sieger ist. Was machst du, wenn ein Trainingspartner im Kampf plötzlich übermäßig aggressiv wird? Die schöne Variante ist: Ich weise ihn darauf hin und gebe ihm etwas Zeit wieder abzukühlen. Die unschöne Variante ist: Ich reagiere mit dem selben Maß an Aggression. Wenn ich gerade sehr unausgeglichen bin, überwiegt die zweite Variante. Wenn ich innerlich im Lot bin, lässt mich das cool. Ist Kämpfen sexy? Diese Einschätzung überlasse ich den Frauen. Macht dich der Kampfsport in Partnerschaften mehr zum Beschützer? Ich denke schon, dass ich Frauen ein Gefühl von Sicherheit gebe. Allerdings kann ich nicht sagen, wie es wäre, wenn ich keinen Kampfsport gemacht hätte. Dürfen Krieger weinen? Ja, und das auch öffentlich vor anderen Leuten. Ein Krieger kennt seine Schattenseiten und hat sich mit ihnen verbündet. Ist das Krieger-Image nicht bloß ein Schutzpanzer um einen sehr weichen Kern? Man kann sich hinter einem Panzer verstecken. Das war bei mir früher sicher der Fall. Aber mittlerweile darf mein weicher Kern ruhig weich sein. Nichts, das man verstecken müsste. Wovor hast du Schiss? Vor vielen Dingen. Beim Wettkampf ist es hauptsächlich die Angst vor dem Versagen und vor Aggressionen - meinen eigenen und denen des Gegners. Kannst du fliegen? Ja. Was siehst du als größte Herausforderung im Leben? Die Konfrontation mit sich selbst. Zu erkennen, wie bin ich eigentlich? Und nicht einem Wunschbild von mir selbst hinterher zu laufen. Durch Ereignisse und Verletzungen in der Kindheit sind gewisse Verhaltensmuster und Schutzmechanismen entstanden. Diese zu erkennen, ist ein ständiger Prozess. Was sind deine wichtigsten Ziele im Leben? Diese soeben beschriebene Herausforderung zu meistern. Auf sportlicher Ebene ist das nächste Ziel die Weltmeisterschaft. Hast du ein Vorbild? Es gibt mehrere Menschen, deren Arbeit ich schätze und respektiere. Ein Nachahmen oder Kopieren von Personen lehne ich aber ab. Was zählst du zu deinen größten Erfolgen? Da fallen mir zwei Dinge ein: 1. Nach meiner Rückenverletzung 1998 schaffte ich trotz massiver Zweifel der Ärzte den Weg zurück zum Kampfsport. 2. Während dieser Zeit des Trainingsverbots erkannte ich, dass der Kampfsport für mich eine Bedeutung hat, die weit über die körperliche Ebene hinausgeht. Zu dem Zeitpunkt fing ich an, mich vor meinen Ängsten und Gefühlen nicht mehr wegzudrehen, sondern sie zu erkennen. Hast du so etwas wie ein Lebensmotto? "Versuche das zu tun, was du genießt und genieße das, was du tust." Ich würde das aber eher ein "Lebensabschnittsmotto" nennen. Bis vor kurzem war der folgende Spruch noch relevanter für mich: "Zu bewundern ist nicht der, der keine Angst hat, sondern der, der seine Angst erkennt und sie positiv nützt." Erleuchtung ist... die Vereinigung von Körper, Geist und Seele. Zum Erfolgreich-sein braucht es... Mut. Schmerz empfinde ich, wenn... meine Gefühle verletzt werden. Mein idealer Gegner... den gibt es nicht. Es ist, wie es ist. Geld brauche ich, um... zu leben. Wenn ich mich schwach fühle... ziehe ich mich zurück, in Klammer: Schutzpanzer. Pure Lebensfreude empfand ich zuletzt... heute morgen. |
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